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Probleme mit dem Kiefergelenk

Kiefergelenk 

Wenn der Kiefer einfach nicht locker lässt

  • Das Kiefergelenk gehört zu den beweglichsten und gleichzeitig belastbarsten Gelenken unseres Körpers. Es arbeitet bei jedem Sprechen, Essen, Gähnen und Schlucken – oft tausende Male am Tag.

  • Schon kleine Veränderungen der Muskelspannung können Beschwerden auslösen, die weit über den Kiefer hinausreichen. Häufig spielen dabei körperliche Belastungen, Stress, Gewohnheiten und manchmal auch innere Anspannung zusammen.

    Kennst Du das?

​​​

  • Schmerzen im Kiefergelenk

  • Knacken oder Reiben beim Öffnen des Mundes

  • Zähneknirschen oder Pressen (vor allem nachts)

  • verspannte Kaumuskulatur

  • morgendliche Kieferschmerzen

  • Kopfschmerzen oder Migräne

  • Nackenverspannungen

  • Schulterverspannungen

  • Ohrgeräusche oder Druckgefühl im Ohr

  • Schwindel

  • eingeschränkte Mundöffnung

  • Schmerzen beim Kauen

  • empfindliche Zähne ohne zahnärztlichen Befund

  • Viele Betroffene suchen zunächst die Ursache ausschließlich im Kiefer. Tatsächlich bildet das Kiefergelenk jedoch eine funktionelle Einheit mit Schädel, Halswirbelsäule, Zunge, Atemmuskulatur und dem gesamten Körper.

       Deshalb lohnt sich oft ein ganzheitlicher Blick.

Übungen und Tipps

Den Kiefer bewusst entspannen

Nimm immer wieder wahr:

Berühren sich Deine Zähne gerade?

Im Ruhezustand sollten sich die Zähne nicht berühren. Zwischen Ober- und Unterkiefer besteht ein kleiner Abstand, während die Lippen locker geschlossen sein dürfen.

 

Die Zunge als Entspannungsschlüssel

  • Lege die Zungenspitze sanft hinter die oberen Schneidezähne an den Gaumen.

       Von dort aus darf der Unterkiefer ganz leicht nach unten sinken.

       Diese kleine Übung kann den Kaumuskeltonus deutlich reduzieren.

  • Fahre mit der Zungenspitze die gesamte Zahnreihe entlang: oben, unten, außen, innen. Versuche dabei, nie den Kontakt der Zunge mit den Zähnen zu verlieren.

       Die Zunge ist ein wichtiger Muskel, eine trainierte Zunge trägt viel dazu bei, dass das Kiefergelenk gut           funktioniert.

 

Sanfte Selbstmassage

Massiere langsam mit den Fingerspitzen

  • die Wangenmuskulatur

  • die Schläfen

  • den Bereich vor den Ohren

Atme dabei ruhig ein und aus.

Oft genügt bereits eine Minute, um die Spannung etwas sinken zu lassen.

 

 

 

Wärme

Viele Menschen empfinden feuchte Wärme als angenehm.

Ein warmes Körnerkissen oder eine Wärmflasche auf den Wangen kann verspannte Muskulatur lösen.

Auch ein warmes Getränk, welches eine Weile im Mund verbleibt, kann sehr wohltuend wirken.

 

Auf die Haltung achten

Ein vorgeschobener Kopf erhöht dauerhaft die Spannung der Kaumuskulatur.

Richte Dich immer wieder sanft auf:

  • Scheitel wächst nach oben.

  • Kinn ist parallel zum Boden

  • Der Hinterkopf schiebt nach hinten (wie in eine Kopfstütze hinein, aber OHNE das Kinn dabei nach oben zu heben

  • Brustbein hebt sich leicht.

  • Schultern dürfen nach unten sinken.

 

 

 

Die Ausatmung verlängern

Stress zeigt sich häufig zuerst im Kiefer.

Eine verlängerte Ausatmung signalisiert dem Nervensystem Sicherheit.

Zum Beispiel:

  • 4 Sekunden einatmen

  • 6–8 Sekunden ausatmen

für etwa zwei Minuten.

Bauchatmung

Wir atmen oft oberflächlich in den Brustkorb - insbesondere bei Stress. 

Lege immer mal wieder die Hände auf den Bauch und und atme so, dass die Hände sich mit der Einatmung heben, mit der Ausatmung senken. 

Nur schon eine Minute bewusste Bauchatmung bringt sofortige Entspannung in Dein Nervensystem.

Gönne Dir immer mal wieder solche kleinen Mini-Auszeiten im Alltag.

Ursachen

Nicht jeder Kieferschmerz hat eine emotionale Ursache.

Und doch erleben viele Menschen, dass sich Belastungen, Druck oder ungelöste Konflikte auch körperlich zeigen können.

Der Kiefer ist ein kraftvoller Muskelapparat.

Er hält fest.

Er beißt sich durch.

Er kontrolliert.

Manchmal vielleicht länger, als es eigentlich gut tut.

Zen-Gartenstein

Vielleicht
spürst Du :

  • Ich muss funktionieren.

  • Ich darf keine Schwäche zeigen.

  • Ich halte alles zusammen.

  • Ich muss stark bleiben.

  • Ich darf meinen Ärger nicht zeigen.

  • Ich muss mich zusammenreißen.

  • Ich darf nichts falsch machen.

  • Ich muss es allen recht machen.

  • Ich halte durch – egal wie.

Vielleicht kennst Du dieses Gefühl, ständig "die Zähne zusammenzubeißen".

Nicht nur im übertragenen Sinn.

      Manchmal beginnt Veränderung nicht mit einer Antwort.

      Sondern mit einer ehrlichen Frage:

  • Wo beiße ich mich gerade durch?

  • Welche Situation kostet mich im Moment besonders viel Kraft?

  • Was halte ich fest, obwohl ich eigentlich loslassen möchte?

  • Wem oder was möchte ich endlich einmal ehrlich meine Grenzen zeigen?

  • Wann habe ich zuletzt bewusst entspannt, ohne etwas leisten zu müssen?

  • Wo wünsche ich mir mehr Leichtigkeit?

Entspannung mit einem Buch

Was Du noch
tun kannst

Ein schmerzendes Kiefergelenk hat häufig mehrere Einflussfaktoren. Deshalb lohnt es sich, verschiedene Ebenen gemeinsam anzuschauen.

 

Hilfreich können beispielsweise sein:

  • physiotherapeutische Behandlung des Kiefergelenks (CMD)

  • Untersuchung durch Zahnärztin oder Zahnarzt bei Verdacht auf Fehlbelastungen oder Zähneknirschen

  • individuelle Übungen für Haltung und Halswirbelsäule

  • Nicht selten ist die Ursache in der Körperstatik zu finden, angefangen z.B. bei Fußfehlstellungen (mehr zu diesem Thema findest Du hier)

  • Atemübungen zur Regulation des Nervensystems

  • Yoga mit Schwerpunkt Nacken, Schultern und Brustkorb

  • Eine für Dich passende Entspannungstechnik erlernen

  • Wärme und regelmäßige Bewegung in der Natur

  • ausreichend Schlaf und bewusste Pausen

  • Individueller Stressabbau - Entspannungsmeditationen findest Du hier

  • Mit SENTIA wieder mehr Ruhe und Balance im Alltag integrieren, individuelle Übungen erlernen und den Körper ganzheitlich unterstützen

Heilpflanzen, die begleiten können:

Je nach Situation können auch Heilpflanzen unterstützend wirken, beispielsweise:

  • Melisse – beruhigend und entspannend

  • Lavendel – ausgleichend bei innerer Anspannung

  • Passionsblume – zur Unterstützung bei nervöser Unruhe

  • Kamille – entspannend und entzündungshemmend

  • Johanniskrautöl – äußerlich zur sanften Massage verspannter Muskulatur (nicht auf Schleimhäute und Vorsicht bei Sonnenlicht)

Noch ein Gedanke:

Der Kiefer hält oft mehr fest, als ihm bewusst ist.

Manchmal braucht es nicht mehr Kraft.

Sondern weniger.

Vielleicht beginnt Entspannung genau in dem Moment, in dem Du bemerkst, dass Du gerade wieder die Zähne zusammenbeißt – und sie für einen Augenblick einfach wieder loslässt.

Segelboot auf ruhigem See

SENTIA

Jeder Körper erzählt seine eigene Geschichte.
Nicht jede Beschwerde hat eine emotionale Ursache.

Und doch lohnt es sich manchmal, den Blick zu weiten. Wenn wir Beschwerden nicht nur isoliert betrachten, sondern den Menschen als Ganzes, können sich neue Zusammenhänge zeigen – körperlich, im Nervensystem oder auch im persönlichen Erleben. So entstehen oft neue Möglichkeiten, das eigene Wohlbefinden zu unterstützen.

Warum lässt der Kiefer einfach nicht locker?
Manchmal liegt die Antwort nicht nur im Kiefer selbst. Es lohnt sich, den Menschen als Ganzes zu betrachten.

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